[A lion's story] Meine Famulatur beim Hausarzt


Schon in den letzten Semesterferien habe ich euch von meiner damaligen Famulatur in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erzählt. Alles dazu und was eine Famulatur eigentlich ist könnt ihr also hier noch einmal nachlesen! Und wenn euch allgemein ein paar persönlichere Posts interessieren, dann schaut doch auf meiner Über mich-Seite hier vorbei! Jetzt wollen wir aber mal zum eigentlichen Thema kommen.

Ich habe mich also entschieden meine zweite von vier Famulaturen beim Hausarzt zu machen. Ich habe mir dafür meinen Hausarzt hier in Würzburg ausgesucht. In der Praxis arbeiten zum Einem ein Allgemeinmediziner und eine Internistin die hausärztlich tätig ist. Ich war bisher nur zweimal als Patientin in der Praxis und das auch nur wegen recht unkomplizierten Dingen. Mir war es also nicht unangenehm oder so jetzt mit den beiden und dem restlichen Team zusammenzuarbeiten. 

Die wenigen Male, die ich aber da war, empfand ich ihn als sehr kompetent und auch mein Freund, der schon bei beiden als Patient gewesen ist, hatte nur gutes zu berichten. Aus dem Grund und weil das Untersuchungsspektrum in der Praxis doch recht groß ist, habe ich mich letztendlich also für diese Praxis entschieden. Dass sie nur zwei Minuten Fußweg von unserer Wohnung entfernt ist, war natürlich ein weiterer Pluspunkt! ;)

Vier Wochen - oder besser gesagt 30 Tage - dauert so eine Famulatur und ich habe am 1. August angefangen. Die Arbeitszeiten waren für mich recht entspannt. Morgens ging es um 7:30Uhr los, offziell war dann von 12-14Uhr Mittagspause und ging dann je nach Wochentag nachmittags nochmal bis 17/18/19Uhr weiter. Ich durfte allerdings oft früher gehen oder musste am Nachmittag gar nicht mehr in die Praxis kommen. Zum Einen war das natürlich super - ich hatte mehr Freizeit und konnte die Sonne genießen. Andererseits war es auch schade, weil ich schon gerne mehr gelernt und gesehen hätte. Es war gerade als ich da war, aber wohl irgendwie Sommerloch. Es kamen wenig Patienten in die Praxis und die meisten hatten auch nur eine Erkältung oder Magen-Darm. Da hat es sich oft einfach nicht gelohnt in der Praxis zu sein.

Ich habe also frühs um halb Acht angefangen und bin dann abwechselnd mit den beiden Ärzten mit ins Sprechzimmer gegangen und habe zugehört. Das ist einfach so ziemlich der Hauptbestandteil von Famulaturen. Zuhören. :D Wenn irgendwelche Befunde auffällig waren, habe ich die Patienten abhören und untersuchen dürfen. Bei den meisten findet man aber halt einfach nur Normalbefunde. Sonst durfte ich Fäden ziehen, unter Anleitung Ultraschalluntersuchungen machen, Spritzen geben, EKGs auswerten und Blut abnehmen. Bei den Sachen bin ich mir mittlerweile doch recht sicher und komme gut zurecht. Beim Schallen kann ich zwar nicht unbedingt Krankheitsbilder erkennen, dafür aber doch recht sicher die Organe finden und einigermaßen gut darstellen. :D

Nachdem der Patient dann das Sprechzimmer verlassen hat, haben wir oft nochmal etwas über ihn gesprochen. Ich konnte Fragen stellen und auch mir wurden Fragen gestellt, die ich nicht gerade selten mit "Weiß ich nicht" beantworten musste. Einiges hat man zwar mal irgendwann in Vorlesungen gelernt, sich aber nicht länger als bis zur Prüfung gemerkt. Es fehlt einfach die regelmäßige Wiederholung, um die ganzen Fakten und Details der Medizin im Kopf zu behalten. Aber gerade bei Fragen, die man nicht beantworten kann, merkt man sich für die Zukunft die Antworten ja umso besser! ;) Lerneffekt war also auf jeden Fall da!

Ab und an bin ich auch mit auf Hausbesuche gefahren. Die haben die beiden Ärzte immer in der Mittagspause gemacht. Es wurde also Patienten besucht, die nicht in der Lage waren selbst in die Praxis bekommen und regelmäßig auch Altenheime abgeklappert, Visite gemacht und mit den Bewohnern geredet und sich ihre Sorgen angehört. Das fand ich echt schön - man hat manchen Leuten wirklich angemerkt wie sehr sie sich freuen, dass der Doktor kommt, sie von Problemen erzählen konnten und ernst genommen wurden. Sonst empfand ich Altenheime aber schon eher als sehr triste Einrichtunge, wo es wirklich sehr vom Personal abhängig ist, wie gut es den alten Herrschaften so geht.

Was ist jetzt also mein Fazit? Ich finde es auf jeden Fall gut, dass eine Famulatur beim Hausarzt mittlerweile Pflichtbestandteil des Studiums ist. Man lernt einen ganz anderen Umgang mit Patienten kennen und macht sich einfach viel mehr mit den Grundlagen vertraut. Die Allgemeinmedizin ist außerdem ein sehr weites Fachgebiet, in dem man es unter anderem mit internistischen, orthopädischen aber auch psychischen Fällen zu tun. Ich habe auf jeden Fall einiges gelernt. Es hätte aber noch ruhig ein bisschen mehr sein können - das Sommerloch, aber an heißen Sommertagen auch ein bisschen meine fehlende Motivation haben das nicht möglich gemacht. 

Ich habe aber gemerkt beziehungsweise wurde mein Entschluss bestärkt, dass die Pädiatrie wohl eher etwas für mich ist. Schon in der Kinder- und Jugendpsychiatrie hat mir die Arbeit mit Kindern Spaß gemacht und bei der Hausarzt-Famulatur habe ich wie auch schon im letzten Semester in der Uni gemerkt, dass mich die immer älter und multimorbider werdenden Patienten ein bisschen nerven. Das klingt vielleicht hart und böse, aber im Moment ist es für mich einfach so. Nächstes Semester habe ich dann Pädiatrie in der Uni und bin schon ganz gespannt, wie mir das Fach gefallen wird. Außerdem habe ich auch Neurologie - eine Fachrichtung, die ich in der Erwachsenenmedizin auch sehr spannend finde. :)

Die Entscheidung welche Richtung ich später als Arzt einschlagen werde, ist also noch lange nicht gefallen. Im Moment tendiere ich zwar eher zu Kindern, aber ich wollte auch mal unbedingt Rechtsmedizin machen, was ich mir jetzt nur noch bedingt vorstellen könnte! :D Im März geht es erst einmal zur Famulatur in die Notaufnahme - einen Bericht wird es dann auf jeden Fall auch wieder geben!

Habt ihr noch irgendwelche Fragen? Dann immer her damit!

Kommentare:

  1. Ich finde deine posts zu dem thema immer suuuuuper spannend, denn man findet so selten Leute die was komplett anderes machen, wo man aber trotzdem einen Draht zu hat :D bei deinen nageldasigns wäre ich nie drauf gekommen, dass du mal Ärztin wirst^^
    Pathologie finde ich mega spannend, genau wie Psychologie. Aber ich hab vor beidem Schiss, weil ich einfach zu viele Krimiserien schaue. XD Und "Die Chemie des Todes" hat mir auch schlaflose Nächte bereitet. Erzähl mir bitte irgendwann mal, ob es da tatsächliche Parallelen gibt :')
    Wann findet deine nächste Famulatur statt? :)
    LG
    Nessa

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    1. Das freut mich! Ich überlege auch mein Studium allgemein mehr in den Blog einfließen zu lassen und mehr dazu zu schreiben. Wie genau ich da rangehen will, weiß ich aber noch nicht. Hast du vielleicht eine IDee? Was würde dich denn interessieren?
      Haha, also im normalen Leben ist es eigentlich nie so krass wie in Filmen und Büchern. Das sind dann schon die Ausnahmen. Ich hab die Chemie des Todes zwar mal gelesen, aber das ist schon länger her - ich weiß deswegen gar nicht mehr genau, was da passiert und wie ähnlich es der Realität ist. ;)
      Im März! :)

      Liebe Grüße

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  2. Also das ist mega spannend.
    Arbeitet man nicht selbst in sowas, bekommt man ja quasi kein Einblick in Sowas :D
    Ist auf jeden Fall was ganz anderes als Bürokauffrau!

    Liebst, Colli
    Mein Beautyblog - tobeyoutiful

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    1. Freut mich, dass dir der Einblick in meine Praktikum gefallen hat! :) Haha das stimmt, aber ich denke, dass das für fast alle Berufe gilt!
      Liebe Grüße!

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  3. Hey wie hieß denn die Praxis in Würzburg? Ich würde nämlich diese Semesterferien auch gern eine Famulatur beim Hausarzt machen, liebe Grüße Maren

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    1. Das ist die Praxis von Dr. Schober/Dr. Höhn in der Zellerau :) Ist auf jeden Fall empfehlenswert, ein sehr nettes und kompetentes Team! Und jetzt im Winter ist bestimmt auch mehr los! :D
      Liebe Grüße, Julia

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