[A lion's story] Perfekt.


Ich bin Perfektionistin - und dabei sehr akribisch. Wenn ich Sachen anfange, dann möchte ich sie auch durchziehen. Im Alltag, in der Uni und auch beim Bloggen.

Ich gehe in - fast - alle Vorlesungen und versuche mich dann daheim auch möglichst zeitnah hinzusetzen und alles nachzuarbeiten. Ich habe meinen Kleiderschrank komplett nach Farben sortiert und habe eine Excel-Tabelle, in der all meine Bücher aufgelistet sind. Samt Titel, Autor und Genre. Ich habe all meine Nagellacke auf Nailsticks aufgetragen und sie farblich sortiert und beschriftet auf meinem Schreibtisch stehen. Und ich poste sehr regelmäßig auf meinem Blog. 

Ich habe angefangen mit einem Zweitagesrhythmus. Jeden zweiten Tag erschien also ein Post auf meinem Blog. Das habe ich auch über ein Jahr lang durchgezogen. Egal ob ich für ein Wochenende in München ohne WLAN war, für mein Staatsexamen lernen musste oder für einen Kurztrip mit meinem Freund in Prag Urlaub gemacht habe. Ich habe mich penibel an diesen Rhythmus gehalten. 

Es war nicht immer leicht. Während meiner Prüfungsphase und dem wochenlangen Lernmarathon hatte ich manchmal recht wenig Lust und trotzdem habe ich mir die Nägel lackiert und Beiträge getippt. Im Urlaub war mein Freund genervt, dass ich nicht mal dort Pause machen konnte. Ich war zwar nicht lange am PC, hatte nämlich alles vorbereitet und musste im Grunde nur auf Veröffentlichen klicken und passend dazu ein Bild auf Instagram posten, aber immerhin. Ich konnte es nicht sein lassen.

Auch im zweiten Bloggerjahr ging es so weiter. Im dreiwöchigen Spanienurlaub im September habe ich es trotzdem geschafft durchgehend meine Postrate aufrecht zu erhalten. Ich habe die Wochen davor alles vorbereitet, viele Designs gesammelt, um so die Zeit überbrücken können. Im Oktober ging dann die Uni wieder los und damit meine Klinikpraktika. Über die Problematik dort habe ich euch ja schon mal berichtet. Das heißt, ich musste all meine Designs um die Praktikumstage herumplanen und mich oft abends noch hinsetzen, um nach Uni, Arbeit und Lernen meine Posts zu schreiben. Die Postrate ist im Oktober und November sogar nochmal gestiegen. Einfach weil ich im Moment so viele Ideen habe und bei vielen Aktionen mitmache. Und das obwohl ich den Blog im Moment am besten wohl etwas zurücknehmen sollte. Tue ich aber nicht.

Ihr seht, obwohl es immer wieder Momente gab, wo man ruhig mal ein paar Beiträge hätte ausfallen lassen und die Postrate hätte runter schrauben können, habe ich das nicht gemacht. Ich kann und mag das nicht. Mir ist diese Regelmäßgikeit einfach sehr wichtig.

Das soll jetzt nicht so klingen, als ob mir das Bloggen keinen Spaß macht und ich mich dazu gezwungen sehe, aber ich muss auch zugeben, dass ich manchmal am Blog gearbeitet habe, obwohl ich eher weniger Lust hatte. Ich habe mir nichtsdestotrotz für jeden Post Mühe gegeben und nie etwas gepostet, was ich nicht mit etwas besserer Grundstimmung nochmal "Korrektur" gelesen habe. Ich hoffe also wirklich, dass ihr mich versteht und es mir auch nicht böse nehmt.

So bin ich und ich glaube das kann ich auch nicht ändern! Ich bin einfach Perfektionistin - aber bei weitem nicht perfekt.

Kommentare:

  1. oh das kenne ich, auch wenn ich krank bin oder wirklich übermüdet durch die Kinder, statt zu schlafen oder mal zu ruhen, nein, ich werde sicherlich irgendwas für den Blog machen.

    Wobei bei mir das, anders als bei dir wie man ja sehen kann, sich sehr auf meine Bloggerei auswirkt, je mehr ich versucht habe, mich etwas zu "zwingen" (du weisst sicherlich, wie ich das meine), desto weniger habe ich in der Tat gepackt.

    Ich bin immer noch perfektionistisch und versuche immer noch, Output zu optimieren, quantitativ und qualitativ, aber ich habe gemerkt, dass auch mal ein paar Tage Pause dem Blog nicht schaden. Er ist quasi etabliert, meine Besucher kommen täglich über Google auch auf alte Posts, die Leserzahlen etc. gehen konstant hoch - es läuft, ich muss nicht mehr dauernd produzieren... Das hat mir etwas Druck von mir selber genommen.

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    1. Ja - ich mach auch oft den Fehler die Uni etwas zu vernachlässigen, damit ich am Blog arbeiten kann. Ist auch nicht immer so gut :D
      Ne, also ich hab bis jetzt eigentlich wirklich alles geschafft, was ich wollte und bin da auch etwas stolz drauf :)

      Das stimmt, wenn man sich erstmal nen Namen gemacht hat, dann kann man sich eine Auszeit auch mal gönnen. Aber ich merke es schon, wenn ich mal paar Tage Werbemäßig weniger unterwegs bin, dass mein Blog darunter leidet :/

      Liebe Grüße, Julia

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